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Hochfestes FDM-Filament wählen: Kohlenstofffaser- oder glasfaserverstärktes Nylon auf der Loop3D

Immer mehr Produktionsunternehmen stoßen an dieselbe Grenze: Standard-FDM-Materialien wie PLA und PETG eignen sich hervorragend für Prototypen, stoßen jedoch an ihre Grenzen, sobald ein Bauteil tatsächlich belastet wird. Wer ein besonders widerstandsfähiges Material sucht, das sowohl mechanischen Belastungen als auch erhöhten Temperaturen standhält, kommt früher oder später zu faserverstärktem Nylon. Kohlenstoff- und Glasfasern sind dabei die beiden wichtigsten Verstärkungen.

In diesem Artikel erklären wir, worin sie sich unterscheiden, für welche Produktionsanwendungen sich die jeweiligen Materialien am besten eignen und warum der Drucker, auf dem sie verarbeitet werden, für das Endergebnis mindestens genauso entscheidend ist wie das Filament selbst.

Warum faserverstärktes Nylon für funktionale Bauteile?

Faserverstärkte Filamente bestehen im Wesentlichen aus Nylon (Polyamid), dem kurze Fasern hinzugefügt werden. Diese Fasern übernehmen Belastungen, die das Basispolymer allein nicht bewältigen kann – ähnlich wie Bewehrungsstahl in Beton. Das Ergebnis ist ein gedrucktes Bauteil, das deutlich steifer und dimensionsstabiler ist, sich weniger verzieht und eine höhere Wärmebeständigkeit aufweist. Damit verschiebt sich FDM vom Prototyping in den Bereich funktionaler, tragender Bauteile: Vorrichtungen und Spannmittel, Maschinenkomponenten, Werkzeuge und Strukturteile, die im Produktionsalltag hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Für einen aussagekräftigen Vergleich von Kohlenstoff- und Glasfasern ist eines entscheidend: Das Basispolymer bestimmt einen großen Teil des Materialverhaltens. Carbonfaserverstärktes PLA verhält sich beispielsweise völlig anders als carbonfaserverstärktes Nylon. Ein fairer Vergleich ist daher nur möglich, wenn die Faser die einzige Variable ist. Genau das ermöglicht die Dynamide-Serie von Loop3D: Dynamide CF und Dynamide GF basieren auf demselben PA-Polymer, sodass die beobachteten Unterschiede tatsächlich auf die Faserverstärkung zurückzuführen sind.

Dynamide CF: steif, stark und leicht

Dynamide CF ist ein kohlenstofffaserverstärktes Polyamid. Die Kohlenstofffasern sorgen für die höchste Steifigkeit und Zugfestigkeit innerhalb der Serie, kombiniert mit einem geringen Gewicht. Bauteile bleiben unter mechanischer Belastung formstabil und behalten ihre Maßhaltigkeit auch bei erhöhten Temperaturen. Mit einer Zugfestigkeit von bis zu etwa 105 MPa und einer Wärmeformbeständigkeit von bis zu 214 °C ist es die logische Wahl, wenn Steifigkeit, Maßhaltigkeit und ein optimales Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht entscheidend sind. Typische Anwendungen sind strukturelle Komponenten, Leichtbaukonstruktionen und Präzisionswerkzeuge.

Dynamide GF: zäh und schlagfest

Dynamide GF ist ein glasfaserverstärktes Polyamid. Während Kohlenstofffasern vor allem durch ihre hohe Steifigkeit überzeugen, punktet Glasfaser bei Zähigkeit und Schlagfestigkeit. Das Material verformt sich vor dem Versagen leicht, anstatt spröde zu brechen, und kann dadurch Stoßbelastungen und Vibrationen besser standhalten.

Damit eignet sich Dynamide GF besonders für Bauteile, die Stöße und wiederholte Belastungen aufnehmen müssen: Gehäuse, mechanische Komponenten, industrielle Werkzeuge und Strukturteile, bei denen Zähigkeit wichtiger ist als maximale Steifigkeit. Darüber hinaus ist Glasfaser in der Regel die kostengünstigere Wahl für funktionale Bauteile in größeren Stückzahlen.




Die Zahlen im direkten Vergleich

Da beide Materialien auf demselben Nylon basieren, zeigt ein direkter Vergleich klar, welche Eigenschaften man gewinnt und welche man dafür eintauscht. Die folgenden Werte stammen aus den offiziellen Loop3D-Datenblättern.

Eigenschaft Dynamide CF Dynamide GF
Zugfestigkeit (XY) 105 MPa 85 MPa
Elastizitätsmodul (XY) 7.500 MPa 4.400 MPa
Biegefestigkeit 165 MPa 135 MPa
Schlagzähigkeit (Charpy) 12,5 kJ/m² 16,5 kJ/m²
Bruchdehnung 3 % 3,5 %
Dichte 1,17 g/cm³ 1,2 g/cm³
Wärmeformbeständigkeit (1,8 MPa) 195 °C

Das Muster ist eindeutig: Dynamide CF ist steifer, stärker, leichter und hitzebeständiger, während Dynamide GF eine höhere Schlagzähigkeit und Bruchdehnung aufweist. Dieser Zielkonflikt zwischen Steifigkeit und Zähigkeit ist entscheidend für die Wahl des richtigen Materials.

Welches Material passt zu Ihrer Produktion?

Die Wahl hängt von der Funktion des Bauteils ab. Wenn Steifigkeit, Maßhaltigkeit, geringes Gewicht oder Hitzebeständigkeit im Vordergrund stehen, ist Dynamide CF die richtige Wahl. Muss das Bauteil hingegen vor allem Stöße, Vibrationen und wiederholte Belastungen aufnehmen oder spielt der Preis bei größeren Stückzahlen eine Rolle, ist Dynamide GF oft besser geeignet.

In der Praxis läuft es darauf hinaus, ob Sie ein Bauteil benötigen, das maximal steif und formstabil ist, oder eines, das zäher und bei unerwarteten Belastungen toleranter reagiert.

Wenn Sie zwischen beiden Materialien schwanken, lohnt es sich, vorab ein Testbauteil zu drucken. Die Unterschiede auf dem Papier lassen sich nicht immer eins zu eins auf Ihre spezifische Geometrie und Belastung übertragen. Ein Probelauf hilft, Überraschungen beim Hochskalieren auf die Serienproduktion zu vermeiden.

Vom Einzelteil zur Serienproduktion

Für Unternehmen, die über die Fertigung einzelner Bauteile hinausgehen möchten, ist die Loop3D mehr als nur ein Drucker für hochfeste Materialien: Sie ist eine Plattform zur Herstellung funktionaler Bauteile im Produktionsmaßstab. Großformatiger industrieller FDM-Druck in Kombination mit einem auf die Materialien abgestimmten Prozess ermöglicht den zuverlässigen Einsatz von Dynamide CF und GF in der tatsächlichen Produktion – nicht nur für einzelne Prototypen. Damit wird die interne Fertigung zu einer ernstzunehmenden Alternative zur extern vergebenen CNC-Bearbeitung oder zum Spritzguss für kleine bis mittlere Serien, mit kürzeren Durchlaufzeiten und vollständiger Kontrolle über den Prozess.

Wer hochfeste und temperaturbeständige Bauteile im eigenen Unternehmen fertigen möchte, entscheidet sich daher nicht nur für ein Filament, sondern für ein komplettes System. Die Wahl zwischen Kohlenstoff- und Glasfaser bestimmt die Eigenschaften des Bauteils; die Loop3D entscheidet darüber, ob Sie diese Eigenschaften auch bei jedem Druck zuverlässig und konstant erreichen.

Für hochfeste FDM-Bauteile ist faserverstärktes Nylon der logische Weg. Die Wahl zwischen Dynamide CF und GF läuft letztlich auf die Abwägung zwischen Steifigkeit und Zähigkeit hinaus. Mindestens genauso wichtig ist die Maschine, auf der die Materialien verarbeitet werden: Erst auf einem für diese Materialien ausgelegten Industriedrucker können ihre Eigenschaften zuverlässig und konstant zur Geltung kommen.

Wenn Sie hochfeste, temperaturbeständige Bauteile in Ihrer eigenen Produktion fertigen möchten, beraten unsere Spezialisten Sie gerne bei der Auswahl der passenden Kombination aus Material und Loop3D-Drucker für Ihre Anwendung.

Dynamide CF und Dynamide GF sind ausschließlich für Loop3D-3D-Drucker erhältlich.

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